Allgemeine Information über die Gesteinsart und deren Entstehung

Das Gestein aus dem Steinbruch Fritztobel, Rankweil, ist ein Sedimentgestein, das vor ca. 80- bis 120 Mio. Jahren durch Sedimentation von mineralischen und organischen Bestandteilen des damaligen Ur-Meeres entstanden ist. Die Trübstoffe und Eintragungen in die Meeresbecken haben sich zusammen mit organischen und anorganischen Bestandteilen von Meeresbewohnern und Pflanzen am Grunde abgesetzt. Durch die stetig anhaltende Sedimentation geriet der Sedimentationsschlamm zunehmend unter Druck, das Wasser wurde ausgepresst, die zunehmende Erdwärme und der steigende Druck führten zu Umkristallisationen und letztlich zur Gesteinsbildung. Über die Jahrmillionen veränderte sich in jeder Klimaperiode die Zusammensetzung der Sedimente in den Meeren. Vor ca. 80 Millionen Jahren setzte die alpine Gebirgsbildung ein, die die ursprünglich flach, bzw. leicht geneigt abgelagerten Gesteinsschichten zerquetschten, auffalteten und übereinander schoben. Die Gesteine liegen nun stark gefaltet und überschoben in der Erdkruste und bilden die Oberfläche unserer Landschaft. Die Entstehung dieser Gesteine wird erdgeschichtlich dem Helvetikum zugeordnet.

 

Das Gestein, das nun im Steinbruch abgebaut wird, hat eine lange und bewegte Vergangenheit. Das Gestein ist in seiner Grundstruktur schichtig (Sedimentationsgestein) und durch die Bildung der Alpen und den Verwitterungsprozessen der letzten Jahrtausende stark beansprucht. Auch die Sprengarbeiten im Steinbruch, um das Gestein aus dem Verband zu lösen und weiter verarbeiten zu können, haben letztlich einen Einfluss auf die Qualität der Steine.

 

Die Wasserbausteine, die nach den Sprengungen aussortiert werden, kommen sowohl aus eher massigen aber auch aus dünnbankigen Gesteinsschichten des Helvetikums.

Die Steine werden mit Großgeräten sortiert und augenscheinlich auf deren Festigkeit geprüft. Kompakte und „gesunde“ Steine werden als Wasserbausteine für den Hochwasserschutzbau, für Hangverbauungen, etc. verwendet.

Steine mit zwei ausgeprägten, gegenüberliegenden parallelen Flächen werden als sogenannte „Blocksteine“ angeboten. Die parallelen Flächen entsprechen üblicherweise der Sedimentationsfläche aus der Zeit der Entstehung des Gesteins. Tonige und organische Meeres-Ablagerungen sind vielfach der Grund, dass die Steine entlang solcher Flächen brechen und eine plattige Struktur zeigen. Hier kann es oberflächig immer wieder zu Abplatzungen dieser tonigen Trennschicht im Zentimeterbereich kommen. Das hat im Normalfall aber kaum Einfluss auf die Stabilität und Kompaktheit des Steines. Es ist aber auch öfters der Fall, dass sich solche tonigen Schichten in geringen Abständen wiederholen. Das kann im Laufe der Zeit unter entsprechenden Witterungseinflüssen (Frost- und Tauwechsel, Feuchtigkeit, etc.) zu Rissbildungen im Stein führen.

 

Gilt grundsätzlich auch für den Betrieb Sifeler Berg, Röthis